Die Schweizerische Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF)

Prof. Dr. Katharina Maag Merki

Katharina Maag Merki - Selbstreguliertes Lernen. Komplexes Forschungskonzept – Komplexes Förderziel

Die Fähigkeit zur Selbstregulation des eigenen Lernprozesses kann als bedeutsames Bildungsziel verstanden werden. Entsprechende empirische Befunde stützen zudem die Funktionalität dieser Fähigkeit für den Lernerfolg der Schüler/-innen in verschiedenen Fächern. Allerdings weisen die bisherigen Diskussionen auf verschiedene Forschungsdesiderata hin: So können aktuelle theoretische Modelle dem Prozesscharakter des selbstregulierten Lernen nur bedingt gerecht werden. Die empirische Erfassung des selbstregulierten Lernens kann – trotz innovativer Weiterentwicklungen der Forschungsmethoden – nur teilweise als valide für den schulischen Kontext betrachtet werden. Und hinsichtlich der Förderung der Fähigkeit zum selbstregulierten Lernen können zwar auf der Basis empirischer Analysen wesentliche Bedingungsfaktoren identifiziert werden; die Umsetzung der Förderkonzepte in der konkreten schulischen Praxis in den verschiedenen Fächern erweist sich aber meist als sehr viel komplexer, als dass dies in den empirischen Modellierungen beschrieben wird.
In diesem Referat werden theoretische und methodische Aspekte sowie Implikationen für die Förderung im schulischen Kontext diskutiert. Dabei wird zunächst in Anlehnung an die Unterscheidung zwischen Kompetenz und Performanz nach Chomskys (1969) Anforderung an die theoretische Konzipierung und empirische Modellierung der Fähigkeit zum selbstregulierten Lernen herausgearbeitet. In einem zweiten Teil werden auf der Basis empirischer Studien Konsequenzen für zukünftige Forschungsansätze sowie für die Förderung des selbstregulierten Lernens im schulischen Kontext formuliert.